Propstei St. Patrokli

 

Die Wandmalereien im Marienchor

Marienchor Die Wandmalereien entstammen der Zeit um 1200. Sie stellen in der Halbkuppel die thronende Gottesmutter mit dem Jesuskind in der Mandorla dar. Seitlich sind die drei Weisen aus dem Morgenland, Hanna, Simeon und der Erzengel Gabriel gemalt. Die Medaillons im abschließenden Ornamentfries zeigen Darstellungen der Propheten. An den Wandpfeilern und in den Fensternischen sind Gestalten aus dem alten Testament, Vorbilder von Christus und Maria zu sehen.

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurden die Wandmalereien mit einer Kalkschlämme übertüncht. Ab 1861 nahm man die Kalkschlämme ab, ergänzte den Putz und übermalte die Originalgemälde im Stil des 19. Jahrhunderts. 1935 wurde diese Übermalung weitgehend entfernt, und man nahm zurückhaltende Retuschen und farbliche Ergänzungen vor. Ab 1953 wurden kriegsbedingte Schäden durch  Putzausbesserungen und eine großflächige farbliche Überarbeitung behoben. In den Monaten Juni bis August 2005 erfolgte im Rahmen der Sanierung des Innenanstrichs  im gesamten Dom eine Festigung der gelockerten Putz- und Farbschichten, eine Reinigung und eine Retusche von Farbausbrücken.

Aus dieser Zeit stammen auch die Fenster, die in dem Chor heute zu sehen sind.

Die Fenster von Hubert Spierling

linkes und mittleres Fenster

Plakate wollen überreden, nicht anregen zum Nachdenken, deshalb sind sie verständlich auf den ersten Blick, deshalb bleiben sie aber auch oberflächlich. Und umgekehrt: was tiefere Bedeutung hat, was gar anregen soll zur Besinnung und inneren Betrachtung, das bedarf der Geduld. Dann ist zum Verstehen auch Zeit nötig, wiederholtes Hinschauen, Hineinhören. Das gilt für einen Brief des Apostels Paulus wie für eine Fuge J. S. Bachs oder ein Gemälde Marc Chagalls.

Entsprechendes gilt auch für die im Herbst 2005 neu eingesetzten Fenster im Marienchor. Dem flüchtigen Blick erschließen sie sich nicht, sondern erst dem geduldigen Schauen; sie wollen nicht überreden, sondern hinführen zur Betrachtung der Geheimnisse unseres Heiles. Wirkliche „Mysterien“ sind in einfach eingängigen, „naturgetreuen“ Abbildungen nicht darzustellen. Nachfolgend einige wenige schüchterne Verständnishilfen.

Die Aufgabe

Der Künstler war aufgefordert, die Fenster so zu gestalten, dass die romanischen Wandmalereien den Vorrang behielten. Auf keinen Fall durften sie damit in Konkurrenz geraten - sie sollten sie vielmehr zusammenfassen zu einem Gesamtbild:
Vorgegebenes Thema waren Anrufungen aus der sog. "Lauretanischen Litanei" - zu finden im Gotteslob Nr. 769 (= GL 769). Diese Litanei entstand um 1200, also ungefähr zur selben Zeit wie die Wandmalereien im Marienchor. Ihren Namen hat die "Lauretanische Litanei" vom Wallfahrtsort Loreto, von wo aus sie sich ab ca. 1530 verbreitete.
Die Anrufungen - besonders im Mittelteil - spiegeln das zutiefst mystisch geprägte Heilsverständnis jeder Zeit wieder. Sie wollen nicht dogmatische, "vernünftige" Erklärungen sein. Vielmehr wollen sie den Beter anregen zur Betrachtung des Geheimnisses der Menschwerdung, das unlöslich verbunden ist mit der Gottesmutter.

Für den Künstler war das alles eine höchst anspruchsvolle und schwierige Aufgabe – er hat sie in hervorragender und reifer Weise gemeistert.

Die Farbe

Als Grundfarbe wählte der Künstler das Violett-Purpur, jene kostbare Farbe, in die sich Herrscher des Altertums kleideten. Im Alten Testament gilt die Verleihung des purpurnen Gewandes als Übertragung königlicher Macht (z.B. im Buch Ester). Purpur war die Grundfarbe in den Vorhängen um das Heilige Zelt, in dem Israels "Allerheiligstes" aufbewahrt wurde (Exodus 26 und 27).
Weil Maria den Herrscher der Welt in ihrem Leib trug - für Jesus also "bergendes Zelt" war (GL 586,2) -, und weil sie angerufen wird als "Königin", ist ihre Würde schon angedeutet in der Wahl der Grundfarbe der Fenster.

Die Symbole

Das Mittelfenster nimmt die wichtigste Anrufung der Litanei auf: "Du geheimnisvolle Rose". Wegen ihrer Schönheit und ihres Duftes galt die Rose schon in der Antike als Symbol der Liebe. In der Mystik des Mittelalters wurde die "Königin der Blumen" zum Zeichen der Himmelskönigin. Maria wurde oft mit Rosen umgeben dargestellt (z. B. Madonna im Rosenhag). Viele gern gesungene Marienlieder preisen sie so z. B. als "edle Rose" (GL 588), als "Rose ohne Dornen" (GL 879). Wer genauer hinschaut, der sieht, wie das Mittelfenster gefüllt ist mit zarten purpurnen Rosen.

Im linken Seitenfenster bezieht die oberste Einzeichnung sich auf Maria, den "Sitz der Weisheit". Für das Neue Testament ist Jesus Christus die Verkörperung der göttlichen Weisheit - so ist er dargestellt in der Halbkuppel der Apsis des Marienchores. Um die gleiche Zeichnung nicht zu wiederholen, hat der Künstler sich an das Alte Testament gehalten: dort wird die Weisheit beschrieben als geheimnisvolle Kraft Gottes, die das All erfüllt, und die Gott denen schenkt, die seinen Willen befolgen. Um diese nicht in Worten oder Bildern zu fassende Weisheit Gottes, die sich niederließ auf Maria, geht es im linken Fenster oben (GL 112,2).

Im zweiten Bild des linken Fensters ist die "Bundeslade Gottes" zu erkennen. Angedeutet ist der rechteckige Kasten der „historischen“ Bundeslade, die hier umzuckt ist von Flammen – im Alten Testament Zeichen der Unnahbarkeit Gottes. Weil der heilige, schaudererregende Gott seine Herrlichkeit auf der Bundeslade "wohnen" ließ, zog sich den Tod zu, wer sie unrechtmäßig berührte (2 Samuel 6). Der unfassbare Gott ist in Maria menschliche Gegenwart geworden - deshalb diese Anrufung.

Das dritte Bild deutet mit einer Krone hin auf Maria als "Königin", wie sie in der Litanei vielfach angerufen und in zahlreichen Liedern besungen wird.

Auf dem obersten Bild des rechten Fensters bezieht sich der Künstler auf die Anrufung "Du Morgenstern" (wie GL 879). Natürlich ist nicht ein Stern dargestellt, wie die Sternsinger ihn basteln, sondern eher das Aufblitzen eines besonders leuchtenden Sternes, dem man auch in finsteren Nächten folgen kann, weil er alle anderen Sterne überstrahlt - wie der Stern von Betlehem. `

Auf „Du starker Turm Davids“ und „Du elfenbeinerner Turm“ deutet das mittlere Bild im rechten Fenster hin. Ein legendärer Befestigungsturm Davids war behangen mit tausend Schildern (vgl. Hoheslied 4,4) – das Mittelalter sah darin einen Hinweis auf die Tugenden Marias, die sie schützen konnten vor den Angriffen des Bösen. Der elfenbeinerne Turm erinnert an kleine turmförmige Tabernakel des Mittelalters, die aus dem kostbaren Elfenbein geschnitzt waren. Maria barg ja in ihrem Leib und in ihrem Herzen jenen Herrn, der in der Gestalt des Brotes im Tabernakel gegenwärtig ist.

In dem untersten Zeichen lässt sich unschwer die Anrufung „Du Pforte des Himmels“ erkennen (GL 577). Durch Maria könne wir Zugang finden zu Christus selbst – in Christi Person ist der Himmel gegenwärtig.

Wer die Fenster in Ruhe und öfter betrachtet, wird spüren: hier schaue ich uralte „Heilige Zeichen“, umrisshafte Bilder, die hinführen können zum Geheimnis, das in keinem Bild zu fassen ist. Als „verschlüsselte Deutungen“ können sie dahin führen – den, der versucht, ihnen (im Wortsinn) „auf den Grund zu gehen“.

Der Künstler

Hubert Spierling lebt und wirkt in Krefeld
1941 – 1946 Meisterschule in Hamburg und Dortmund
1946 – 1954 Studium in Düsseldorf und Krefeld
seither Glasmalerei, Mosaiken und Wandmalerei

Die Technik

Die Gläser für diese Fenster wurden eigens in der Glashütte Lamberts in Waldsassen mundgeblasen hergestellt. Es handelt sich um 3 Schichten-Gläser aus Opakglas. In den Rechteckformen wurden die genannten Bild-Abstraktionen durch eine aufwendige Ätztechnik aus dem mundgeblasenen 3 Schichten-Glas heraus gearbeitet. Begleitet werden die Motive von leichten Konturen aus eingebrannter Schwarzlot-Farbe. Die Fenster wurden in enger Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Glasmalerei Dr. H. Oidtmann, Linnich, hergestellt.

LageplanLageplan

Nebengebäude

 

Heute gehören zum Komplex des Doms verschiedene Nebengebäude und -räume, die fast alle erhalten sind. Von dem ehemaligen Kreuzgang im Osten des Doms sind nur noch Reste vorhanden. Über die Jahrhunderte haben diese Bauten Änderungen der Nutzung erfahren, die sich wesentlich auf ihre heute sichtbare Form und Gestaltung auswirkten.

Kapitelsaal.


 

Kapitelsaal

Der Kapitelsaal hatte zur Zeit des Stiftskollegiums eine zentrale Bedeutung. Wichtige Urkunden und Schriften wurden dort aufbewahrt, auch fanden dort wichtige Besprechungen des Stiftskapitels statt. Der gedrungene, 4,40 x 8,00 m große Raum liegt im 1. OG über dem nördlichen Teil des Kreuzgangs und überkragt ihn nördlich etwas in der Breite. Die ornamentierten Fenster sind nach Norden ausgerichtet. Seine Farbgebung, die Innenausstattung, die Holztäfelung und die Motivfenster erinnern an den Stil der Renaissancezeit.

Durch seine heute schlecht zugängliche Lage ist der Saal nur schwer erreichbar und kann daher leider nicht besichtigt werden.

Nicolaikapelle


Nicolaikapelle

Südöstlich des Doms und des Kreuzgangs liegt eine kleinere zweischiffige Kapelle. Sie wurde um 1200 von Kaufleuten der Hansestadt Soest in Form einer Kogge errichtet. Die Kaufleute nahmen vor ihren langen Handelsreisen dort Abschied von ihren Angehörigen und suchten den Schutz ihres Patrons, des heiligen Nikolaus.

Besichtigungen sind möglich im Rahmen von bestimmten Stadtführungen und nach Voranmeldung unter Telefonnummer 02921/63777 (M. Driller).

 

Innenraum Nicolaikapelle

Die Empore – im Inneren über dem Eingang - wäre über eine Tür in der Außenwand zugänglich, wenn sich dort eine Treppe befände. Die beiden im Innenraum mittig angeordneten Säulen wirken auf Besucherinnen und Besucher wie die Masten eines Schiffes.

Altar und Wandmalereien

Romanische Wandmalereien lassen sich auf die Zeit um 1230 datieren.

Altarbild der Nicolaikapelle

Das Altarbild stammt aus der Werkstatt des Conrad von Soest. Seine Entstehung wird auf 1400 geschätzt. Es stellt den Heiligen Nikolaus thronend über Abbildungen von Begebenheiten und Legenden aus seinem Leben dar.

Das Innere der Kirche wird ebenso von einem Tafelbild, einer Kreuzigungsszene, zwei Skulpturen sowie einer Pieta aus dem 15. Jahrhundert geschmückt.

Besichtigungstermine finden Sie [Hier].


 

Kreuzgang und Pilgerstation

Kreuzgang

Ein offener Ort der Besinnung inmitten der Stadt ist der Kreuzgang südlich des Domes. Im Jahr 1952 wurde nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg der südliche und östliche Flügel erneuert. Im Innenhof des Kreuzgangs befindet sich ein Altarstein und die „Patroklus-(/Friedens-) Glocke“ aus dem Jahr 1954. Die hier sichtbare Stahlglocke wurde im Jahr 1993 durch eine gleichnamige Bronzeglocke ersetzt, die im Turm heute zu feierlichen Anlässen läutet. Am Ende des Westflügels befindet sich eine Station für Pilger auf dem Weg nach Santiago de Compostela. Verschiedene Tafeln informieren über die Geschichte des Doms und der St. Patrokli Propsteigemeinde. Der westliche Teil des Kreuzgangs ist in den allgemeinen Öffnungszeiten des Doms frei zugänglich.

Dommuseum


 

Im ersten Obergeschoss des Westwerks auf Höhe der Orgelempore befindet sich das Dommuseum. Auf unserer Web-Seite finden Sie ein eigenes Kapitel zum Dommuseum. Besichtigungen sind nach Terminvereinbarung möglich über das Pfarrbüro Tel. 02921/67 10 660 oder 02921/15 324 (zur Heiden). Leider ist das Dommuseum nur über eine enge und steile Treppe zugänglich. Ein barrierefreier Zugang lässt sich aus Gründen des Denkmalschutzes nicht realisieren.

Westfälische Krippe


 

Krippe Bild1

Krippe Bild2

Ein besonderer Anziehungspunkt in der vorweihnachtlichen und weihnachtlichen Zeit ist für Besucher die „Westfälische Krippe“, eine der größten der Region. In einer phantasievollen westfälischen Dorflandschaft zeigt sie Szenen des biblischen Lebens um Jesu Geburt. Gemeindemitglieder bauen sie jedes Jahr in der Vierung des Domes am Westportal mit viel Hingabe auf.

Die Krippenlandschaft ist zu besichtigen in der Vierung des Westwerks vom 1. Advent bis zum Fest Maria Lichtmess des folgenden Jahres während der allgemeinen Öffnungszeiten des Domes.

Weitere Krippenbilder im Patrokli-Dom finden Sie [Hier].

Patroklus-Haus


Patroklushaus

Unmittelbar südlich angrenzend an den Dom und den südlichen Kreuzgang befindet sich das ehemalige Dechaneigebäude des Stiftes aus dem 13. Jahrhundert. Das Erdgeschoss ist fast vollständig belegt durch eine zweischiffige Säulenhalle, den „Remter“. Ursprünglich diente der Saal als Refektorium der Stiftsherren. Die darüber liegenden Räume dienten ursprünglich als Wohnräume. Sie wurden im Jahr 1976 in eine Begegnungsstätte für die gesamte Gemeinde umgewandelt. Seit 1985 trägt das Gemeindehaus den Namen „Patroklus-Haus“. Der große Saal im 1. Obergeschoss trägt den Namen von Johannes Gropper.
 

Den Eingang finden Sie unter der Adresse
Thomaestraße 2
59494 Soest
.

Johannes Gropper


(Bild im Gropper-Saal)

Johannes Gropper wurde am 24. Februar 1503 als Sohn eines Bürgermeisters in seinem Elternhaus in der Nöttenstraße (heutiges Amtsgericht Soest) geboren und studierte Philosophie und Jura. Er wirkte als Kanonikus von St. Patrokli und Pfarrer an St. Petri. Gropper begleitete seinen Kölner Bischof auf dem Augsburger Reichstag 1530 und versuchte als Prälat und Jurist zwischen alter Lehre und neuem Glauben zu vermitteln. Johannes Gropper gewann bei Vertretern der Katholischen Kirche Respekt und Anerkennung. Als Zeichen der Anerkennung seines Rates als Konzilstheologe verlieh ihm Papst Paul IV. im Jahr 1559 die Kardinalswürde. Vier Jahre später verstarb er im Vatikan und ist in Rom beigesetzt.

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Stadtansicht von Soest Wenn man sich Soest vom Haarstrang nähert, fallen als Erstes die vielen stattlichen Kirchtürme ins Auge. Sie berichten von der Bedeutung der Stadt, die sie bereits in der frühen Neuzeit für Westfalen hatte.

Die älteste Kirche in Soest - St. Petri - besitzt heute eine Zwiebelturm. Rechts daneben die Doppeltürme von St. Maria zur Wiese, im Vordergrund  der Turm von St. Pauli.

In der Mitte der Türme ragt der über 80m hohen Sandstein-Turm von St. Patrokli hervor.

 

interaktiver Rundgang im Dom

Panorama St. Patrokli

Inhalt

Erste Anfänge
Gründung der Stiftskirche und des Kollegialstifts
Das Kollegialstift

Neuzeit
Zerstörung und Wiederaufbau
Erneuerung und Wiederherstellung der Innenausstattung

Innengestaltung
Altarkreuz
Fenster
Marienchor
Orgel
Glocken
Krypta
Dommuseum

An dieser Stelle führt Sie der frühere Propst der St. Patrokli-Gemeinde, Josef Heers, durch den St. Patrokli Dom:

 

Erste Anfänge

Schon sehr früh muss in Soest eine Missionszelle bestanden haben. In den Jahren 777 und 799 hielt Karl der Große in Paderborn Reichssynoden ab. Um 800 entstand ein Teil der heutigen Petrikirche, die unmittelbar westlich von St. Patrokli liegt.

Vor mehr als 1000 Jahren, genauer im Jahre 962 wurden auf Veranlassung von Bruno, Erzbischof von Köln, die Reliquien des Heiligen Patroklus aus Troyes nach Soest für ein noch zu gründendes Stift transferiert. Nach heutigem Erkenntnisstand der Geschichtsforschung waren sie für ein zukünftiges Gebetshaus gedacht.

In seinem Testament legte Bruno 965 mit einer Stiftung von 100 Pfund Silber die Grundlage für ein Stift in Soest. Von da an hat Soest bis heute eine wechselvolle Geschichte erlebt, von der wir hier einen kleinen Teil vorstellen.

Gründung des Doms und des Kollegiatstifts

Durch Anklicken des Titels erfahren Sie mehr über die Geschichte des Stiftes und den Bau seiner Kirche.

Das Kollegiatstift

Das Kollegiatstift war über Jahrhunderte kirchliches und weltliches Verwaltungszentrum der Region um Soest. Eine ausführliche Beschreibung der Stiftsgeschichte finden Sie im Beitrag [Das Kollegiatstift]

Neuzeit

Abb. 7: neuer Schrein

In den Jahren 1814 bis 1871 ruhten die Gebeine des Heiligen Patrokus im Hochaltar in einem einfachen Holzkasten. Schließlich stifteten die Soester Familien Prinz und Röttger den heutigen kleineren, teils vergoldeten Messingschrein (oben). In diesem Schrein befindet sich neben den Gebeinen die zuvor erwähnte Holzkiste. Der Schrein wurde vom Paderborner Goldschmied Johann Leggen gefertigt. Im Jahr 1991 wurde er restauriert und strahlt heute in neuem Glanz unter dem Hauptaltar. Einmal im Jahr, am Sonntag nach dem Patronatsfest am 21. Januar wird er in einer feierlichen Prozession durch den Dom getragen.

Abb. 4a: Eberhard Nübel

Am 18. April 1823 wurde St. Patrokli aus der Erzdiözese Köln entlassen und der Diözese Paderborn zugeordnet. Die ehemalige Stiftskirche wurde katholische Pfarrkirche für die ganze Stadt Soest. Im Jahr 1845 wurde Eberhard Nübel, Dechant in Werl, zum Pfarrer von St. Patrokli bestellt. Eberhard Nübel entstammte einer Familie aus Ellingsen bei Soest.

Die Pfarre wurde von Papst Pius IX am 16. April 1859 zu einer Propsteigemeinde erhoben. Der erste Pfarrer mit den Ehrentitel „Propst“ war damit Eberhard Nübel. Ab hier verwenden wir für St. Patrokli die im allgemeinen Sprachgebrauch heute verbreitete Bezeichnung „St. Patrokli-Dom“.

Im Jahr der Erhebung zur Propsteikirche wurden äußere Restaurierungsarbeiten vorgenommen, um das Gotteshaus von den Spuren des Verfalls zu retten. Der Einsatz von 20 Steinmetzen dauerte 2 Jahre an. Nach Abschluss der Arbeiten und Sammlung weiterer Geldmittel wurde der Marienchor freigelegt und seine Ausmalung erneuert.

Die Erneuerungs- und Erweiterungsarbeiten hielten über fast 100 Jahre an. Zu erwähnen ist zur Amtszeit von Propst Steinhoff der Wiedererwerb zweier Stiftskurien in unmittelbarer Nähe des Doms: am Vreithof und auf der Südseite das heutige Patroklushaus, in dessen Erdgeschoss sich der „Remter“, das frühere Refektorium der Kanoniker befindet.

Zerstörung und Wiederaufbau

Im 2. Weltkrieg wurde der Dom bei Bombenangriffen schwer getroffen und teilweise zerstört.

Schnell nach dem Friedensschluss konnte der Wiederaufbau beginnen und bald der erste Gottesdienst gefeiert werden.

Mehr über die Beschädigung des Doms und seinen Wiederaufbau erfahren Sie durch Anklicken des Titels.

Erneuerung und Wiederherstellung der Innenausstattung

 

Abb. 9: neu gestaltete Apsis

Nach der Wiederherstellung malte der Künstler Prof. Peter Hecker in der Zeit von 1949-1950 die Apsis in Anlehnung an die Vorbilder aus der Vorkriegszeit neu aus. Ansonsten stellte sich der Dom in diesem Zustand noch recht schmucklos dar: Es fehlte die farbliche Gestaltung und Ausmalung des gesamten Innenraumes, die nur in Fragmenten erhalten geblieben war. Die wertvollen Fenster waren nur noch teilweise erhalten, die Orgel war ein geliehenes Instrument der Firma Feith aus Paderborn. Das Geläut war unvollständig, bzw. so stark geschädigt, dass es nur eingeschränkt die Gläubigen zum Gottesdienst rufen konnte.

Innengestaltung

In den Jahren 1974-1975 wurde der Dom generalsaniert. Hierzu war eine Einrüstung des gesamten Kirchenbaus und des Turms notwendig.
Weitere besondere Ereignisse fanden in den folgenden Jahren statt:
1977: Großbrand im Turm,
1991: Einrüstung des Turms zur Sanierung, Ersatz der Eisenglocken durch Bronzeglocken,
2005: Erneuerung und Restaurierung des Innenanstrichs.

Altarkreuz

Altarkreuz

Zum Altarkreuz gibt es auf unserer Seite ein eigenes Kapitel.

 

 

Fenster heute

Fenster

Zu den heute im Kirchenraum sichtbaren Fenstern gibt es auf unserer Seite ein eigenes Kapitel.

 

 

 

Marienchor

Marienchor

Links neben der Hauptapsis im nördlichen Querschiff befindet sich das Marienchor. Eine ausführliche Beschreibung des Marienchors finden Sie in einem eigenen Kapitel.

 

 

Orgel

Orgel

Der Domkantor und Organist der Propsteigemeinde St. Patrokli Stefan Madrzak hat auf seiner Seite eine ausführliche Beschreibung der Domorgel mit Bildern und Klangbeispielen veröffentlicht: [zur Seite von Stefan Madrzak]

 

 

Glocken

Glocken

Zum Geläut gibt es auf unserer Seite ein eigenes Kapitel.

 

 

 

Krypta

Krypta

Rechts und links vom Hauptaltar gibt es Treppen, dir hinunter zur Krypta gelangen. Eine ausführliche Beschreibung finden Sie hier in einem eigenen Kapitel.

 

 

 

Dommuseum

Dommuseum

Auf der südlichen Seite des im Westwerk des Doms liegt der Zugang zum Dommuseum. Hier sind historische Kunstgegenstände und Fensterteile der alten Verglasung ausgestellt. Die ältesten Stücke stammen aus der Anfangszeit des Stiftes im Mittelalter.

Einen virtuellen Rundgang finden Sie durch Anklicken des Titels.


Weiter geht es mit historischen Nebengebäuden und Räumen.

Hier finden Sie Beschreibungen zu
Kapitelsaal
Nicolaikapelle
Kreuzgang
Dommuseum
Westfälische Krippe
Patroklushaus

 

Geschichte der Propsteigemeinde in Zahlen:

 

1811

Auflösung des Kollegiatstiftes durch Reichsdeputationshauptschluss

1823

St. Patrokli wird rechtlich Pfarrgemeinde, der Dom Pfarrkirche und dem Bistum Paderborn zugeordnet.

1859

Wiedererhebung zur Propsteikirche; Eberhard Nübel wird der erste Propst als Pfarrer.

nach 1945

Durch Zuzug Vertriebener und wirtschaftliche Entwicklung wächst die Einwohnerzahl von Soest, viele neue Wohngebiete entstehen. Die Gründung neuer Pfarreien wird notwendig:

 

1941: im Süden die Pfarrgemeinde St. Bruno;

 

1957: im Norden die Pfarrgemeinde St. Albertus Magnus;

 

1987: im Westen die Pfarrgemeinde Heilig Kreuz.

2005

Bildung des Pastoralverbunds Soest mit ca. 18.000 Katholiken
aus den Gemeinden
St. Patrokli (6.800 Katholiken),
St. Bruno (4.400 Katholiken),
Heilig-Kreuz (3.700 Katholiken) und
St. Albertus Magnus (3.000 Katholiken)

bis 2019 Bildung eines Pastoralen Raumes mit ca. 28.000 Katholiken
durch Anschluss der Gemeinden Heilige Familie, Bad Sassendorf und zum Guten Hirten, Möhnesee mit insgesamt weiteren 10.000 Katholiken.

 

2014-08-23_Troyes_thumb-1.jpgTroyes Vom 22. August bis zum 26. August 2014 reiste auf Einladung des Bischofs von Troyes, Monseigneur Marc Stenger, eine dreiköpfige Delegation des St. Patrokli DomBauVereins nach Troyes. Dank der Vermittlung des Bischofs erlebten der ehemalige Vorsitzende des DomBauVereins, Friedrich Siedler, der neue Vorsitzende Ferdinand Kauerz-von Lackum und der Schatzmeister Wolfgang Cohausz viele eindrucksvolle Begegnungen und Erlebnisse.

v.l.n.R. : Klaus Schulze (Kuratorium), Wolfgang Cohausz(Schatzmeister), Christoph ilaender (Kuratorium), Friedrich Siedler, (ehem. Vors.) Ewald Prünte ('2. Vors.), Abt Stephan Schröer (Kuratorium), Elisabeth Lange (ehem. Schriftführerin), Cornelia Schröer (Beisitzerin), Propst Josef Heers, Ferdinand Kauerz-von Lackum (1. Vors.), Wilhelm Claes. (Beisitzer) St. Patrokli DombauVerein Soest, 201425.4.2014 Soest. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde wurden zwei Gründungsmitglieder des St. Patrokli-DomBauVereins verabschiedet: Friedrich G. Siedler und Elisabeth Lange hatten als 1. Vorsitzender und als Schriftführer nicht nur die Aufbauarbeit vor 10 Jahren geleistet, sondern auch in den Jahren danach mit großem persönlichen Einsatz für ein interessantes Vereinsleben gesorgt. Der neue 1. Vorsitzende, Ferdinand Kauerz-von Lackum bedankte sich bei den scheidenden Vorstandsmitgliedern. Kauerz von-Lackum möchte künftig noch mehr Familien für den Verein begeistern.

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