Pastoralverbund Soest

Was war das für ein Fest? Fortsetzung vom 11. Dezember

"Das muss ein sachönes Fest gewesen sein," sagt der kleine Junge. „Nein“, sagte die Mutter heftig. „Es war langweilig. Alle hatten Angst davor und waren froh, wenn es vorüber war. Man mußte den ganzen Tag essen und alle Verwandten kamen oder man mußte sie besuchen. Alle waren froh, wenn es endlich vorbei war!“  Und damit streckte sie ihre Hand nach den Tasten des Fernsehapparates aus.
„Jetzt kommen die Marspiloten“, sagte sie. „Ich will aber die Marspiloten nicht sehen“, sagte der Junge. „Ich will einen Baum, und ich will wissen, was mit dem kleinen Sowieso war“.“ Es war“, sagte die Mutter ganz unwillkürlich, „zur Zeit des Kaisers Augustus, als alle Welt geschätzt wurde.“
Und damit öffnete sie den Deckel des Müllschluckers und gab ihrem Sohn den Stern in die Hand. „Sieh einmal“, sagte sie, „wie alt er schon ist, wie unansehnlich und vergilbt. Du darfst ihn hinunterwerfen und aufpassen, wie lange du ihn noch siehst“. Das Kind gab sich dem neuen Spiel mit Eifer hin.
Es warf den Stern in die Röhre und lachte, als er verschwand. Aber als es draußen an der Wohnungstür geklingelt hatte und die Mutter hinausgegangen war und wiederkam, stand das Kind wie vorher über den Müllschlucker gebeugt. “Ich sehe ihn immer noch“, flüsterte es, „er glitzert, er ist immer noch da“.

(nach Marie Lusie-Kaschnitz)

Fragen Sie sich doch mal in diesen Tagen vor Weihnachten: Was „glitzert“ denn am Glauben und den Gottesdiensten bei mir noch? Was fasziniert mich?