St. Patrokli DomBauVerein Soest e.V.

2014-08-23_Troyes_thumb-1.jpgTroyes Vom 22. August bis zum 26. August 2014 reiste auf Einladung des Bischofs von Troyes, Monseigneur Marc Stenger, eine dreiköpfige Delegation des St. Patrokli DomBauVereins nach Troyes. Dank der Vermittlung des Bischofs erlebten der ehemalige Vorsitzende des DomBauVereins, Friedrich Siedler, der neue Vorsitzende Ferdinand Kauerz-von Lackum und der Schatzmeister Wolfgang Cohausz viele eindrucksvolle Begegnungen und Erlebnisse.

Mit offenen Armen wurden Mitglieder des Soester St. Patrokli DomBauVereins im französischen Troyes empfangen. Vereins-Vorstand Ferdinand Kauerz-von Lackum, Schatzmeister Wolfgang Cohausz und Alt-Vorstandsvorsitzender Friedrich G. Siedler besuchten auf Einladung des Bischofs von Troyes, Monseigneur Marc Stenger, die französische Stadt, in deren Nachbarschaft Patroklus, der Patron der Stadt Soest, etwa um 259 hingerichtet worden sein soll.

Bei der Gelegenheit durfte die deutsche Delegation als Gäste an der Gedenkfeier zum Jahrestag der Ermordung von 67 Zivilisten durch die Waffen-SS am 24. August 1944 teilnehmen. Bischof Monseigneur Marc Stenger feierte hier einen Gedenkgottesdienst für die Opfer und segnete anschließend ihre Gräber. Unter Teilnahme von Fahnenträgern der Veteranenverbände, Vertretern der Politik und des Unterpräfekten des Arrondissements Bar-sur-Aube wurden an ihrem Mahnmal Blumen niedergelegt. Ferdinand Kauerz-von Lackum: „Besonders erschütternd war die Verlesung der Namen der männlichen und weiblichen Opfer, die aus allen Bevölkerungsschichten stammten. Sie hatten ein Alter ab 2 Jahren.“ Die Soester Gruppe legte am Mahnmal ein Blumengesteck nieder. Beim anschließenden Empfang zeigten sich die Soester Gäste beeindruckt von der Warmherzigkeit der Angehörigen der Opfer. „Es tut unendlich gut, zu spüren, dass da nichts mehr zwischen uns steht, was zwei Weltkriege an seelischen Wunden hinterlassen haben“, so Kauerz-von Lackum. „Es geht heute gottseidank nur noch um ein gemeinsames Miteinander und um die Frage, wie wir uns in Europa Seite an Seite für in Frieden und Freiheit einsetzen gemeinsam weiter entwickeln können. Die herzliche Atmosphäre dort hat uns alle sehr berührt.“

Am Abend empfing Schwester Anne-Theresia, Ordensfrau der Oblaten-Schwestern von 1887, die Soester Gäste in ihrem Konvent in St. Parres aux Tertres.

Am darauffolgenden Tag empfing Chanoine Dominique Roy, Dompropst der Kathedrale St. Peter und Paul in Troyes die Besucher in seiner Kanzlei und begrüßte sie herzlich.

Auf der Rückfahrt nach Soest machten die Teilnehmer Halt an der Gedenkstätte von Verdun. Vor 100 Jahren fanden während des 1. Weltkrieges allein hier 600.000 Menschen, überwiegend französische und deutsche Soldaten, aber auch unzählige Zivilisten den Tod in einem sinnlosen Stellungskrieg. Den französischen Gastgebern wie auch den deutschen Gästen ist an der Pflege der Kontakte zwischen den beiden Städten sehr gelegen. (Aus Teilnehmerkreisen war zu hören, dass sowohl die französische wie auch die deutsche Seite an weiteren Kontakten und an der Pflege der bilateralen Beziehungen zwischen den befreundeten Städten Troyes und Soest sehr interessiert sind.)

Über Patroklus
Der heilige Patroklus (französisch: Saint Parres) wurde der Legende nach während der Christenverfolgung Valerians, dort wo heute St. Parres aux Tertres liegt, enthauptet. Sein Name ist identisch mit dem homerischen Patroklos. Erzbischof Bruno von Köln überführte im Jahr 954 die Reliquien von Frankreich in das von ihm gegründete Kollegialstift, heute den St.-Patrokli-Dom in Soest, wo er noch heute verehrt wird. In Nachfolge des heiligen Petrus als Patron der ältesten Stadtpfarrkirche, der St.-Petri Kirche, und Wappengeber der Stadt, wurde Patroklus zum Schutzpatron (Schutzheiligen) von Soest. Vom Märtyrer Patroklus leiten sich auch die Namen zweier Orte in der unmittelbaren Umgebung von Troyes ab: Saint-Parres-lès-Vaudes und Saint-Parres-aux-Tertres (2.700 Einwohner). Die Einwohner dieser Saint-Parres heißen auf Französisch Patroclien(ne)s.

Einen ausführlicheren Bericht über die Reise finden Sie hier