Krypta

Die Krypta steht während der allgemeinen Öffnungszeiten des Doms zur Besichtigung offen. Während der Gottesdienste, der stillen Anbetungen und den Zeiten zur Beichtgelegenheit in der Krypta ist das Betreten nur zur Teilnahme gestattet.

Seit dem 12. Jahrhundert besitzt der St. Patrokli Dom eine große Krypta, die sich ursprünglich von der Apsis bis zu ihrer Vierung erstreckte. Eine zweite, kleinere Krypta liegt unter der Sakristei südlich des Chorraumes.

Nach dem Niedergang des Kollegiatstiftes wurde sie im Jahr 1817 der Bereich der Krypta, der in der Vierung lag „gesprengt“, das heißt, der Chorraum wurde auf das umliegende Niveau eingeebnet und der Hohlraum verschüttet. Die Originalsäulen, Gewölbeteile und sonstiges Baumaterial der Krypta verblieben als Verfüllungsmaterial an ihrem ursprünglichen Ort.

Es bedurfte eines weiteren schicksalhaften Ereignisses, als im Jahr 1945 die Apsis durch Bombeneinwirkung zerstört wurde. Beim Wiederaufbau nahm der Architekt Heinrich Schäfer die urspüngliche Form wieder auf und konnte an Hand der wiedergefundenen Fragmente und Fundamente die Krypta in ihrer ursprünglichen Form rekonstruieren.

Abb. 13: Grundriss Krypta

Abb. 14: Schnitt Krypta

Abb. 13 und 14 (oben) zeigen Grundriss und Schnitt eines Rekonstruktionsentwurfs von Chorraum und Krypten. Heute stellt die Krypta einen besonderen Raum stiller Spiritualität dar. Ihre Dimensionen und die Innengestaltung mit dem Altar und Tabernakel des Bildhauers Michael Düchting und den Fenstern von Hans Kaiser laden zu einer besonders intimen Form des Gebets und der Feier von Gottesdiensten ein.

Abb. 15: Krypta heute

 

Zum Verständnis des Tabernakels und des Altares in der Krypta

Verständnisgrundlage für Altar und Tabernakel in der Krypta ist das Bild, das der Seher in der Johannes-Offenbarung beschreibt: „Und es kam einer von den sieben Engeln, die die sieben Schalen mit den sieben letzten Plagen getragen hatten. Es sagte zu mir: Komm, ich will dir die Braut zeigen, die Frau des Lammes. Da entrückte er mich in der Verzückung auf einen großen, hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem, wie sie von Gott her aus dem Himmel herabkam, erfüllt von der Herrlichkeit Gottes ... Im Osten hat die Stadt drei Tore und im Norden drei Tore und im Süden drei Tore und im Westen drei Tore. ...Und der Engel, der zu mir sprach, hatte einen goldenen Messstab, mit dem die Stadt, die Tore und ihre Mauer gemessen wurden. Die Stadt war viereckig angelegt und ebenso lang wie breit. Er maß die Stadt mit dem Messstab; ihre Länge, Breite und Höhe sind gleich: zwölftausend Stadien. ... Die Stadt braucht weder Sonne noch Mond, die ihr leuchten. Denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm.“

Wer Tabernakel und Altar aufmerksam betrachtet, findet ohne Mühe alles Wichtige aus dieser Vision wieder. Der Verfasser des letzten Buches der Bibel greift seinerseits zurück auf eine lange Überlieferung aus Israel.

Am Beginn steht das „Heilige Zelt“, das die Israeliten auf ihrer Wüstenwanderung mit sich führten. Dieses Zelt galt als Ort der Begegnung mit Gott, als „Bundeszelt“. Der hintere Teil des Zeltes war durch einen Vorhang abgeteilt, er galt als das „Allerheiligste“, denn dort wurde die Bundeslade aufbewahrt. Die Bundeslade betrachtete man als Thronsitz des unsichtbar gegenwärtigen Gottes. Wichtig: die Form des Zeltes war Mose in einer Vision gezeigt worden – er durfte dabei das Urbild des Zeltes im Himmel schauen, so daß schon Israels „Heiliges Zelt“ als Abbild des himmlischen Urbildes galt. Und noch wichtiger: das „Allerheiligste“ hatte sowohl im himmlischen Urbild als auch im irdischen „Heiligen Zelt“ die Gestalt eines Würfels bzw. eines Kubus – war also gleich lang, breit und hoch.

Als nach der Wüstenwanderung das Volk Israel sesshaft und Jerusalem die Hauptstadt geworden war, ließ König Salomon um 950 v. Chr. dort einen Tempel bauen – nach dem Vorbild des „Heiligen Zeltes“. Wieder war das „Allerheiligste“ ein Raum von gleicher Länge, Breit und Höhe, in dem die Bundeslade stand. Dieser Tempel wurde 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. In der darauf folgenden berühmten „Babylonischen Gefangenschaft“ schaut der Prophet Ezechiel in einer Vision wiederum „im Himmel“ einen neuen Tempel mit den gleichen Merkmalen, die der Tempel Salomons gehabt hatte.

Nach der Rückkehr aus der Babylonischen Gefangenschaft konnte das Volk Israel den Tempel in Jerusalem nur recht notdürftig wiederaufbauen. Erst der berüchtigte König Herodes d.Gr. ließ einen Tempel in unerhörtem Glanz erbauen. Auch in diesem Tempel war das „Allerheiligste“ ein kubischer Raum – gleich lang, gleich breit und hoch -, abgetrennt durch einen Vorhang, völlig dunkel. Nur der Hohepriester durfte diesen Raum einmal jährlich betreten.

Jener herodianische Tempel stand zur Zeit Jesu. Er hat dort oft gelehrt. Bei Jesu Tod – so schreiben die Evangelien – zerreist der Vorhang vor dem Allerheiligsten, damit wird das Ende des Alten Bundes angezeigt. Im Sterben und Auferstehen Jesu schließt Gott einen Neuen Bund mit der ganzen Menschheit.

Jesu Sterben und Auferstehen wird – nach Seinen eigenen Worten im Abendmahlssaal – gegenwärtig im Sakrament der Eucharistie. Als dann im Laufe der Jahrhunderte die Christen darangingen, dieses sakramentale Zeichen des eucharistischen Brotes auch außerhalb der Meßfeier aufzubewahren, nannten sie es das „Allerheiligste“. Nun ist also das „Allerheiligste“ nicht mehr ein bestimmter Raum, sondern eine Person: Jesus Christus. Das Behältnis in dem das „Allerheiligste“ aufbewahrt wird, nannte man wieder „Zelt“, lateinisch „Tabernaculum“ = „Tabernakel“.

In der äußeren Gestalt des neuen Krypta-Tabernakels ist also uralte biblische Überlieferung aufgenommen: das Bild des „himmlischen Tempels“ bzw. des „himmlischen Jerusalem“, wie es beschrieben wird von Mose bis zur Offenbarung des Johannes: Länge, Breite und Höhe sind gleich, und aus dem Inneren dringt gleichsam das Licht durch die zwölf Tore, denn „ihre Leuchte ist das Lamm“.

Auch der Altar hat die Gestalt des Kubus. Auf ihm wandelt Gott ein Stück unserer Welt – das Brot und den Wein – in das Geheimnis der Gegenwart Jesu Christi. Himmel und Erde berühren sich hier – dargestellt in den goldenen Quadraten auf den Flächen. Auf vielen Bildern des Mittelalters kann man sehen, daß Gold in der Tradition als Farbe des Himmels, des Überirdischen gilt. Der Stein des Altares ist ein Stück unserer Erde.

Von Mose bis heute haben alle diese Bilder den gleichen Sinn: uns Menschen hinzuführen zu Dem, der in kein Bild zu fassen ist, zu Gott. Und Gott selber ist gegenwärtig in jenem Scheibchen Brot, für das jeder Tabernakel die Hülle bildet.

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