Gründung des Doms und des Kollegiatstifts

Westlich der Petrikirche sind heute noch Reste einer Erzbischöflichen Pfalz aus der Zeit um 960 sichtbar.

Rund 160 Jahre nach Karl schenkte der Kölner Erzbischof Brun (heute: Bruno), der Bruder Kaiser Ottos des Großen, im Jahr 964 die Reliquien des Heiligen Patroklus aus Troyes [St. Patroklus in Wikipedia] an Soest. In seinem Testament verfügte Bruno die Gründung eines Kollegiatstiftes im Jahr 965. Zur Errichtung einer Stiftskirche stellte er die Summe von von einhundert Pfund Silber, außerdem Gefäße, Decken, Gewänder, Teppiche und Liegenschaften zur Verfügung.

Die Initiative Brunos zeigt, wie wichtig ihm die örtliche Lage und politische Bedeutung von Soest war.

Zur gleichen Zeit wie der Neubau der Soester Stiftskirche entstand nach einem Brand der Wiederaufbau der Kölner Pantaleonskirche im Jahr 966. Sie wurde nach seinem Tod Grabeskirche der Gebeine Brunos und später Kaiserin Theophanus. Die Soester Stiftskirche war zur Zeit Ihrer Entstehung baulicher Zwilling des Kölner Gotteshauses. In St. Pantaleon ist seit 1962 wieder eine flache Decke des Hauptschiffes – wie sie ursprünglich in Soest auch war - zu finden. Die ursprünglichen Obergaden (heute zugemauerten Fensterreihen im 1. Obergeschoss) hatten ein ähnliches Erscheinungsbild wie das der Soester Stiftskirche.

Abb. 1: Grundriss um 1120

So handelt es sich um einen einschiffigen flach gedeckten Saalbau mit weit ausladendem Querschiff. Die Apsis grenzt unmittelbar an das Querschiff an, das Querschiff besitzt keine Nebenapsiden. In seiner wenig gegliederten Bauart erinnert der ursprüngliche Hallenbau an die älteren Kaisersääle.

Über den gestrichelten Linien im unteren Teil des Grundrisses befand sich der westliche Turm mit quadratischem Grundriss. Die schwarzen Blöcke vor der Westfassade(unten) kennzeichnen zwei außen angebaute Treppenanlagen. Ein Mittelpfeiler im Zentrum des Westwerks wurde nach einem Brand während der Bauzeit ergänzt.

Von diesem ursprünglichen Bauwerk erkennt man von außen noch heute die Spuren, die sich in den zugemauerten Fenstern und dem Wechsel der Mauerung in den Obergaden zeigen.

Im Laufe der nächsten 200 Jahre wurde an der Stiftskirche kontinuierlich weitergebaut. So wurden die Seitenschiffe (in der Zeichnung hell), das vorgesetzte Westwerk mit den Kolonnaden und der Anbau der Westapsis (Marienchor) am nördlichen Querschiff vollendet. Die Decken der Seitenschiffe wurden als Gewölbe ausgebildet.

Erst im Jahr 1118, mit Vollendung dieser Ergänzungen vollzog der Kölner Erzbischof Rainald von Dassel die Hauptweihe der nun zu einer stattlichen Größe herangewachsenen Stiftskirche.

Eine weitere große Baumaßnahme war die Einwölbung des Hauptschiffes im 12. Jahrhundert. Da immerhin 12 Meter zu überwinden waren, stelle dies eine statisch anspruchsvolle Maßnahme dar. In dieser Zeit wurde der Chorraum verlängert Die Apsis wurde in Form einer Viertelkugel ausgebildet. und die Kirche erhielt eine große Krypta im Bereich der neuen Apsis und unter der gesamten Vierung (gestrichelt). Das Querhaus und die Vierung wurden nun wie das Hauptschiff eingewölbt.

Abb. 2: Westwerk heute

Der Turm ruht nun auf den in 2 x 2 Achsen angeordneten neun tragenden Säulen. Die Außenwände des Westwerks sind zweigeschossig mit großen Geschosshöhen. Sie sind heute mit einem ¾ umlaufenden Pultdach an die Turmwände angebunden. Diese Ausführung verleiht dem Westwerk ein einzigartiges Aussehen und betont die Mächtigkeit des Turmes, der sich aus dem breiten Sockel erhebt.

Über Jahrhunderte war unklar, in welcher Zeit der Turm in seiner jetzigen Form errichtet wurde. Erst neuzeitliche Untersuchungen der Wachstumsringe im Gebälk ergaben, dass der Turm schon in der Zeit um 1180 die heutige Form hatte.

Das Tragwerk des Turms wurde über die Jahrhunderte immer wieder repariert und ergänzt (Abb. 3 unten: in unterschiedlichen Farben dargestellt). Dies führte zu der Kuriosität, dass seine Konstruktion statisch unbestimmt schien. Ein Nachweis der Standfestigkeit konnte über lange Zeit nicht geführt werden. Erst neuere Untersuchungen konnten die statische Festigkeit nachweisen. Auf diese Weise konnte die Konstruktion des Turms als Baudenkmal erhalten bleiben.

Abb. 3: Tragwerk

Nicht eindeutig nachvollziehbar ist der Zeitpunkt, zu dem eine profane Nutzung des Turmes im 1. OG eintrat und wie es zum Eigentum der Stadt Soest kam. In der „Soester Fehde“ (1444 bis 1449) emanzipierten sich die Soester Bürger gegenüber dem Kölner Erzbischof und konnten dessen Herrschaft abschütteln. Etwa zu dieser Zeit muss es einen Eigentumsübergang von Turm, Schiff und Querhaus an die Stadt gegeben haben. Später, zur Reformation wurden alle Kirchengemeinden in der Stadt – bis auf St. Patrokli - evangelisch.

Das Gotteshaus wäre nicht so erhalten geblieben wie wir es heute kennen, wenn nicht schon in dieser Zeit immer wieder Erhaltungsbemühungen der Zeitzeugen erfolgt wären. Ein Beispiel ist ein Bittschreiben aus dem 18. Jahrhundert.

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