Der Dom

Stadtansicht von Soest Wenn man sich von Süden Soest nähert, fallen als Erstes die vielen stattlichen Kirchtürme ins Auge. Sie berichten von der Bedeutung der Stadt, die sie bereits in der frühen Neuzeit für Westfalen hatte.

Inhalt

Erste Anfänge
Gründung der Stiftskirche und des Kollegialstifts
Das Kollegialstift

Neuzeit
Zerstörung und Wiederaufbau
Erneuerung und Wiederherstellung der Innenausstattung

Innengestaltung
Altarkreuz
Fenster
Marienchor
Orgel
Glocken
Krypta
Dommuseum

Die älteste Kirche in Soest - St. Petri - besitzt heute eine Zwiebelturm. Ganz rechts der Turm von St. Pauli, dahinter die zum Teil eingerüsteten Doppeltürme von St. Maria zur Wiese.

In der Mitte der Türme ragt das gewaltige Westwerk mit seinem über 80m hohen Sandstein-Turm hervor. Das Bauwerk gehört zu St. Patrokli.

An dieser Stelle führt Sie der Propst der St. Patrokli-Gemeinde, Josef Heers, durch den St. Patrokli Dom:

 

Erste Anfänge

Schon sehr früh muss in Soest eine Missionszelle bestanden haben. In den Jahren 777 und 799 hielt Karl der Große in Paderborn Reichssynoden ab. Um 800 entstand ein Teil der heutigen Petrikirche, die unmittelbar westlich von St. Patrokli liegt.

Vor mehr als 1000 Jahren, genauer im Jahre 962 wurden auf Veranlassung von Bruno, Erzbischof von Köln, die Reliquien des Heiligen Patroklus aus Troyes nach Soest für ein noch zu gründendes Stift transferiert. Nach heutigem Erkenntnisstand der Geschichtsforschung waren sie für ein zukünftiges Gebetshaus gedacht.

In seinem Testament legte Bruno 965 mit einer Stiftung von 100 Pfund Silber die Grundlage für ein Stift in Soest. Von da an hat Soest bis heute eine wechselvolle Geschichte erlebt, von der wir hier einen kleinen Teil vorstellen.

Gründung des Doms und des Kollegiatstifts

Durch Anklicken des Titels erfahren Sie mehr über die Geschichte des Stiftes und den Bau seiner Kirche.

Das Kollegiatstift

Das Kollegiatstift war über Jahrhunderte kirchliches und weltliches Verwaltungszentrum der Region um Soest. Eine ausführliche Beschreibung der Stiftsgeschichte finden Sie im Beitrag [Das Kollegiatstift]

Neuzeit

Abb. 7: neuer Schrein

In den Jahren 1814 bis 1871 ruhten die Gebeine des Heiligen Patrokus im Hochaltar in einem einfachen Holzkasten. Schließlich stifteten die Soester Familien Prinz und Röttger den heutigen kleineren, teils vergoldeten Messingschrein (Abb. 7: oben). In diesem Schrein befindet sich neben den Gebeinen die zuvor erwähnte Holzkiste. Der Schrein wurde vom Paderborner Goldschmied Johann Leggen gefertigt. Im Jahr 1991 wurde er restauriert und strahlt heute in neuem Glanz unter dem Hauptaltar. Einmal im Jahr, am Sonntag nach dem Patronatsfest am 21. Januar wird er in einer feierlichen Prozession durch den Dom getragen.

Abb. 4a: Eberhard Nübel

Am 18. April 1823 wurde St. Patrokli aus der Erzdiözese Köln entlassen und der Diözese Paderborn zugeordnet. Die ehemalige Stiftskirche wurde katholische Pfarrkirche für die ganze Stadt Soest. Im Jahr 1845 wurde Eberhard Nübel, Dechant in Werl, zum Pfarrer von St. Patrokli bestellt. Eberhard Nübel entstammte einer Familie aus Ellingsen bei Soest.

Die Pfarre wurde von Papst Pius IX am 16. April 1859 zu einer Propsteigemeinde erhoben. Der erste Pfarrer mit den Ehrentitel „Propst“ war damit Eberhard Nübel. Ab hier verwenden wir für St. Patrokli die im allgemeinen Sprachgebrauch heute verbreitete Bezeichnung „Dom“.

Im Jahr der Erhebung zur Propsteikirche wurden äußere Restaurierungsarbeiten vorgenommen, um das Gotteshaus von den Spuren des Verfalls zu retten. Der Einsatz von 20 Steinmetzen dauerte 2 Jahre an. Nach Abschluss der Arbeiten und Sammlung weiterer Geldmittel wurde der Marienchor freigelegt und seine Ausmalung erneuert.

Die Erneuerungs- und Erweiterungsarbeiten hielten über fast 100 Jahre an. Zu erwähnen ist zur Amtszeit von Propst Steinhoff der Wiedererwerb zweier Stiftskurien in unmittelbarer Nähe des Doms: am Vreithof und auf der Südseite das heutige Patroklushaus, in dessen Erdgeschoss sich der „Remter“, das frühere Refektorium der Kanoniker befindet.

Zerstörung und Wiederaufbau

Im 2. Weltkrieg wurde der Dom bei Bombenangriffen schwer getroffen und teilweise zerstört.

Schnell nach dem Friedensschluss konnte der Wiederaufbau beginnen und bald der erste Gottesdienst gefeiert werden.

Mehr über die Beschädigung des Doms und seinen Wiederaufbau erfahren Sie durch Anklicken des Titels.

Erneuerung und Wiederherstellung der Innenausstattung

 

Abb. 9: neu gestaltete Apsis

Nach der Wiederherstellung malte der Künstler Prof. Peter Hecker in der Zeit von 1949-1950 die Apsis in Anlehnung an die Vorbilder aus der Vorkriegszeit neu aus. Ansonsten stellte sich der Dom in diesem Zustand noch recht schmucklos dar: Es fehlte die farbliche Gestaltung und Ausmalung des gesamten Innenraumes, die nur in Fragmenten erhalten geblieben war. Die wertvollen Fenster waren nur noch teilweise erhalten, die Orgel war ein geliehenes Instrument der Firma Feith aus Paderborn. Das Geläut war unvollständig, bzw. so stark geschädigt, dass es nur eingeschränkt die Gläubigen zum Gottesdienst rufen konnte.

Innengestaltung

In den Jahren 1974-1975 wurde der Dom generalsaniert. Hierzu war eine Einrüstung des gesamten Kirchenbaus und des Turms notwendig.
Weitere besondere Ereignisse fanden in den folgenden Jahren statt:
1977: Großbrand im Turm,
1991: Einrüstung des Turms zur Sanierung, Ersatz der Eisenglocken durch Bronzeglocken,
2005: Erneuerung und Restaurierung des Innenanstrichs.

Altarkreuz

Altarkreuz

Zum Altarkreuz gibt es auf unserer Seite ein eigenes Kapitel.

 

 

Fenster heute

Fenster

Zu den heute im Kirchenraum sichtbaren Fenstern gibt es auf unserer Seite ein eigenes Kapitel.

 

 

 

Marienchor

Marienchor

Links neben der Hauptapsis im nördlichen Querschiff befindet sich das Marienchor. Eine ausführliche Beschreibung des Marienchors finden Sie in einem eigenen Kapitel.

 

 

Orgel

Orgel

Der Domkantor und Organist der Propsteigemeinde St. Patrokli Stefan Madrzak hat auf seiner Seite eine ausführliche Beschreibung der Domorgel mit Bildern und Klangbeispielen veröffentlicht: [zur Seite von Stefan Madrzak]

 

 

Glocken

Glocken

Zum Geläut gibt es auf unserer Seite ein eigenes Kapitel.

 

 

 

Krypta

Krypta

Rechts und links vom Hauptaltar gibt es Treppen, dir hinunter zur Krypta gelangen. Eine ausführliche Beschreibung finden Sie hier in einem eigenen Kapitel.

 

 

 

Dommuseum

Dommuseum

Auf der südlichen Seite des im Westwerk des Doms liegt der Zugang zum Dommuseum. Hier sind historische Kunstgegenstände und Fensterteile der alten Verglasung ausgestellt. Die ältesten Stücke stammen aus der Anfangszeit des Stiftes im Mittelalter.

Einen virtuellen Rundgang finden Sie durch Anklicken des Titels.


Weiter geht es mit historischen Nebengebäuden und Räumen.

Hier finden Sie Beschreibungen zu
Kapitelsaal
Nicolaikapelle
Kreuzgang
Dommuseum
Westfälische Krippe
Patroklushaus

 

Geschichte der Propsteigemeinde in Zahlen:

 

1811

Auflösung des Kollegiatstiftes durch Reichsdeputationshauptschluss

1823

St. Patrokli wird rechtlich Pfarrgemeinde, der Dom Pfarrkirche und dem Bistum Paderborn zugeordnet.

1859

Wiedererhebung zur Propsteikirche; Eberhard Nübel wird der erste Propst als Pfarrer.

nach 1945

Durch Zuzug Vertriebener und wirtschaftliche Entwicklung wächst die Einwohnerzahl von Soest, viele neue Wohngebiete entstehen. Die Gründung neuer Pfarreien wird notwendig:

 

1941: im Süden die Pfarrgemeinde St. Bruno;

 

1957: im Norden die Pfarrgemeinde St. Albertus Magnus;

 

1987: im Westen die Pfarrgemeinde Heilig Kreuz.

2005

Bildung des Pastoralverbunds Soest mit ca. 18.400 Katholiken
aus den Gemeinden
St. Patrokli (7.000 Katholiken),
St. Bruno (4.500 Katholiken),
Heilig-Kreuz (3.700 Katholiken) und
St. Albertus Magnus (3.200 Katholiken)

bis 2016 Bildung eines Pastoralen Raumes mit ca. 24.800 Katholiken
durch Anschluss der Gemeinde zum Guten Hirten, Möhnesee
mit weiteren 6.400 Katholiken.
bis 2020 Erweiterung des Pastoralen Raumes um die Gemeinde
Heilige Familie, Bad Sassendorf und Ostinghausen mit 4.100 Katholiken auf eine Gesamtzahl von ca. 28.900 Katholiken.

 

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