Im Westwerk des St. Patrokli-Domes (Turmhalle) befindet sich unser Dommuseum. Es ist zugänglich über eine schmale Treppe auf der Südseite neben dem westlichen Eingang.

Der Bau einer Kirche - heute der Patrokli Dom - wurde vom Kölner Erzbischof Bruno im Jahre 954 veranlasst. 965 verfügte er in seinem Testament die Gründung eines Stiftes in Soest. Die Stiftsherren waren im heutigen Patroklushaus und in Stiftskurien (Wohnhäusern) untergebracht. Die Hauptweihe der Stiftskirche fand im Jahre 1166 durch den Erzbischof Reinald von Dassel statt.

Die Deckenmalereien im so genannten Marienchor am Nordportal des Domes stammen aus dem Jahre 1165. Die Malereien des Hauptchores wurden im 2. Weltkrieg vollständig zerstört. Das berühmte Wurzel Jesse Fenster, das ursprünglich ebenfalls im Marienchörchen eingebaut war, ist heute der wertvollste Schatz des Domes. Dieses Zeugnis früher Glasmalerei ist heute in einem besonderen Raum des Dommuseums ausgestellt.

Besichtigungen:

Besichtigungen sind möglich nach Terminvereinbarung über das Pfarrbüro Tel. 02921/67 10 660 oder 02921/15 324 (zur Heiden).

Auf den folgenden Seiten können Sie einen "virtuellen Rundgang" durch die Räume des Museums machen.

Rundgang, Raum 1: Paramente, Lapidarium, Glasmalereien, Sammlungen

Rundgang, Raum 2: Liturgische Gegenstände, historische Schriften

Rundgang, Raum 3: Mittelalterliche Fenster, Alexanderkissen

Dommuseum - Rundgang Raum 1

 

Das Dommuseum ist in drei Räumen untergebracht.

Raum 1 (Vorraum zur Orgelempore):

Im Eingangsbereich des Dommuseums ist ein Adlerpult aus dem 15. Jahrhundert zu sehen, der Fuß des Pultes ist jünger.

Adlerpult


 

Es schließen sich Reliefs (17. Jh.), die aus dem ehemaligen Dominikaner-Kloster in Soest stammen an:

Geburt Jesu

Die Heiligen Drei Könige
Geburt Jesu Die Heiligen Drei Könige

 

Hier nicht abgebildet sind weiterhin zu sehen Kindermord des Herodes und 3 Szenen Jesu im Tempel. Die Holztafeln stammen aus dem Antwerpener Schnitzaltar.

Über den Tafeln, hier nicht abgebildet, befindet sich ein Gemälde mit der Verkündigung Mariens aus der Zeit des Frühbarock.

Die Tür zwischen diesen Reliefs stammt aus dem 1817 abgebauten Hochaltar, der aus dem Jahr 1699 stammte. Sie war in den Lettner eingebaut, der im 18. Jahrhundert abgebaut wurde.
Tuer-Hochaltar

 

In der ersten Vitrine sind Messgewänder aus verschiedenen Epochen zu sehen:

Messgewänder


Chormantel mit Wappen, der Stoff stammt aus Frankreich 1720-1730
Kasel (liturgisches Obergewand des Priesters für die Eucharistiefeier) 18. Jahrhundert
Dalmatik 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts
(Dalmatika [Dalmatica], hemdartiges, aus Ägypten stammendes Gewand, das aus Griechenland über Dalmatien übernommene und zur röm. Kaiserzeit Mann und Frau über einer langärmligen Tunika getragen wurde. Die Dalmatik hatte lange weite Ärmel, auf jeder Schulter einen über Brust und Rücken laufenden farbigen Streifen und wurde aus Wolle, Leinen oder Seide gefertigt. Seit dem 4. Jahrhundert gehört die Dalmatik zur liturgischen Kleidung von Bischöfen und Diakonen als Obergewand über der Albe, bis 1960 von den Bischöfen beim Pontifikalamt unter der Kasel getragen. Urspr. weiß, entspricht die Farbe der Dalmatik heute den jeweiligen Zeiten des Kirchenjahres) (Brockhaus Enzyklopädie)
Kasel, Stoff Frankreich 1760-1770
Chormantel 1742 mit Wappen, Stoff aus Persien, 1. Hälfte 18. Jahrhundert.

Auf der gegenüber liegenden Wand:
Skizzen und Modell des heute noch bestehenden Turm-Tragwerks von St. Patrokli aus den verschiedenen Bauepochen.
Das Alter der Balken ist in verschiedenen Farben dargestellt. Die ältesten Teile (rot)stammen aus dem Jahr 1190.

Turmmodell Tragwerkskizze
Tragwerk des Turms
Tragwerkmodell Tragwerkskizze

Fragmente von Architekturteilen 12. bis 17. Jahrhundert
Fragmente von Architekturteilen 12. bis 17. Jahrhundert

Die Säulenbasen stammen aus dem 12. Jahrhundert. Die Blattkapitelle aus der Zeit des 13. Jahrhunderts gehörten zum Teil zur Stephanus-Kapelle, die sich dort befand, wo heute der nördliche Behindertenzugang liegt.

In der äußersten rechten und linken Ecke finden sich zwei Engeldarstellungen.

 

 

links

rechts
Trommler Flötenspieler

 

Über dem Lapidarium (deutsch: Sammlung von Steinskulpturen) sind zwei Wappen ausgestellt.

 

Verkündigung

Familienwappen
Familienwappen
Elbeck - Kleppink
Verkündigung:
 Selten ist wie hier der Heilige Geist unter dem Schleier Mariens dargestellt.

Das links dargestellte Epitaph der Soester Patrizierfamilie Kleppninck stammt aus dem Jahr 1559. Das rechte Fragment stammt aus der Grabplatte von Ritter Walther, einem Bruder des Erzbischofs Anno II von Köln.

An der Westwand des Raumes sind in einer Vitrine Glasmalereien ausgestellt.
Zum Teil sind es Bestandteile der Fenster des Hauptchores vor seiner Zerstörung im zweiten Weltkrieg.

St. Meinolfus mit Geistlichen 1483
Kreuzigung Christi 3. Viertel 13. Jahrhundert

Hier abgebildet:
St. Goar mit Geistlichem Stifter (um 1480)
 

St. Patroklus (3. Viertel des 13. Jahrhunderts):

 
Das vermutlich älteste Soester Stadtwappen in Form des Petrusschlüssels:

 
Drei Scheiben des Hauptchorfensters, vermutlich aus dem nördlichen Fenster der Apsis

Propheten, Rundborten mit Palmetten:
 
 

An der Nordwand sind Gemälde und religiöse Teile der Sammlung des verstorbenen Soester Bundestagsabgeordneten Dr. Ernst Majonica zu sehen, die er testamentarisch der St. Patrokli-Gemeinde hat zukommen lassen

Ölgemälde "Das jüngste Gericht", 1872 Oberitalien
Kreuz 1943, Viegener
Ecco Homo 17. Jh.
Anbetung der Könige 16. Jh. Raum Augsburg

Vitrine Sammlung Majonica:

Vitrine2

Obere Reíhe:
Gemälde Christi Himmelfahrt, 1774, Joh. Benedikt Veit
Muschelbild, Flucht nach Ägypten, 18. Jh., Neapel
Seite aus einem Stundebuch, Darbringung im Tempel, 1870 Frankreich

Mittlere Reihe:
Russisches Kreuz Bronze, 18. Jh.
Ikone (Kusstafel?) Messing, 18. Jh.
Standkreuz Metall um 1100 Byzanz
Ikone 18. Jh.
Russisches Kreuz um 1800

Vitrine untere Reihe:
Kopf einer Putte 1800
Bleiplakette unbekannten Datums
Tod Mariens, 18. Jh.
Ikonensplitter
Krone Silberarbeit, 1770

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Raum 2

 
Übersicht Raum 2

An der Südwand ein Büstenreliquiar des Schutzpatrones der Stadt Soest, der gleichzeitig Namensgeber unseres Domes ist, des Heiligen Patroklus.
St. Patrokli Reliquiar

Die spätgotische Büste stammt aus dem Jahr 1499. Sie ist aus Silber getrieben, teilweise vergoldet und 58cm hoch.

Das Reliquiar stellt einen bartlosen jungen Mann mit energischem Gesichtsausdruck und wallenden Haaren dar. Der Brustschmuck enthält einen elfenbeinfarbenen Christuskopf. In den Scheitel ist eine Glasplatte eingelassen.
Die zugehörige Krone ist eine Renaissancearbeit, also etwa 100 Jahre jünger.

 

Flachvitrinen an der Westwand:

In den Vitrinen an der Westwand sind alte Schriften und Urkunden ausgelegt:

Schriften von Kardinal Johannes Gropper (Johannes Gropper war katholischer Theologe).

Am 24.02.1503 in Soest geboren, verstarb er am 13.03.1559 in Rom. Es gelang ihm, die vom   Erzbischof von Köln, Hermann von Wied, angestrebte Reformation des Erzstiftes zu verhindern; nahm 1551/52 am Trienter Konzil teil. Sein Enchiridion Chritianae Institutionis (1538) gilt als wichtigste vortridentin. Lehrbuch für Dogmatik. An den Religionsgesprächen mit den Protestanten 1540/41 hatte Kardinal Gropper wesentlichen Anteil [Brockhaus Enzyklopädie])

- Memoribalibia Sustensia, T.G.G. Emminghaus
- Tischreden von 1574, Martin Luther
- Theod. Georg Guil, Emminghaus: Memoravilia Susatensa
- Verschiedene päpstliche und kaiserliche Urkunden und Siegel aus der Geschichte der Propstei St. Patroklus.

In den Vitrinen der Nordwand:

Apostel- und Heiligenfiguren

Kopien der wieder aufgefundenen und in Berlin aufbewahrten Figuren des ehemaligen Patroklusschreines von Meister Sigefridus (1313-1330). 1945 gingen die ursprünglichen Figuren verloren. Ausgestellt sind Kunststoffabformungen mit Metallüberzug.

Vitrinen an der Ostwand

Vitrine links:

Die beiden Bronzewerke stammen ursprünglich aus der Nikolai-Kapelle im Schatten von St. Patrokli.
Weihwasserkessel
Weihwasserkessel, Mitte des 13. Jahrhunderts

Der Text Inschrift-Text lautet:
HAC De MENSURA SOLLERTI PSPICE CURA SI NICHIL A_DATUR NE QUID TAM INMINUVAT


Gießlöwe
Gießlöwe um 1300

Kusstafel Kusstafel

Vorderansicht

mit Inschrift:
BEATO MARTIRI PATROKLI
"dem seligen Märtyrer Patroklus"

Rückseite

mit Inschrift:
HUSEMAN DECANUS OBTULIT
"Dechant Husemann hat (sie) gestiftet"

Kusstafel, gotisch um 1487.
Bei feierlichen Gottesdiensten wurde die Tafel den Gläubigen zum Friedenskuss gereicht. 
Sie stellt Christus im Garten Getsemane dar. Im unteren Bereich schlafende Jünger.

 

Standkreuz

Silber, zum Teil vergoldet. Mit gothisierenden Blumenornamenten umrandet. Die Enden der Kreuzbalken sind mit kleinen Korallen verziert, eine fehlt.

Das 70 cm hohe Kreuz besitzt eine große Ähnlichkeit mit dem Kreuz des Warburger Meisters Anton Eisenhoidt, das sich im Besitz der Gräflichen Familie Fürstenberg in Herdringen befindet.

Der Fuß des Kreuzes zeigt eine Ähnlichkeit mit den Werken Aldegrevers und hat damit einen besonderen Soester Bezug, der im Herdringer Kreuz nicht gegeben ist.

Weitere Ausstellungsstücke in der Vitrine:
Messkelch (Schaft und Nodus 14. Jh., Fuß 15. Jh. Kappa neu)
Messkelch, Schaft und Nodus 14. Jh., Fuß 15. Jh. Kappa neu
Messkelch 1. Hälfte 15. Jh.
Zinnleuchter 15. Jh.
Messkelch um 1300
Messkelch um 1400

Rechts anschließende Vitrine


Messkelche und Monstranzen

 

Monstranz, 1770

Die in Sonnenform mit Blumen und Ornamenten und mit Steinen belegte Monstranz trägt die Inschrift: Gunther Egon de Hanxleden ex Eickel decanus dedit 1770. Sie trägt das Meisterzeichen des 1776 in Augsburg verstorbenen Goldschmiedemeisters Johannes Hübner.

Die Monstranz ist aus Silber getrieben, teilweise vergoldet und 70 cm hoch.

Monstranz, um 1600

Die Monstranz besitzt ein zylindrisches Glasgefäß. Rechts und links unter den Renaissancebögen von dem Gefäß sind Heilige dargestellt: (wohl) Franziskus und Antonius von Padua. Darüber eine Madonna im Strahlenkranz.

Die Monstranz ist aus Silber getrieben, vergoldet und 64 cm hoch.

Weitere Ausstellungsstücke in der Vitrine:

Messkelch, 1. Häfte 17. Jh.
Messkelch um 1700
Messkelch Anfang 17. Jh.
Messkelch 1715
Verschiedene Patenten und Kelch Löffel

weiter rechts anschießende Vitrine

Sog. Pelikan- oder Nesterkelch Anfang 15. Jh.
Messkännchen 19. Jh.
Monstranz 1. Viertel 20. Jh.
Weihrauchfass Ende 18. Jh.
Weihrauchschiff 1730-1786 von Meister Ignaz Wegner
Reliquienkasten 1. Hälfte 1679
Leuchter, Zinngießer Heinrich Wilms, 1757

Rechts anschließende Vitrine:
Ölgefäß Anfang 18. Jh.
Ölgefäß 2. Hälfte 18. Jh.
Leuchter Mitte 18. Jh. Meister Wiemann, Osnabrück

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Raum 3

Im dritten Raum sind historische, noch erhaltene Fenster von St. Patrokli ausgestellt:

 

images/Sankt-Patrokli/Dommuseum/Dommuseum-21.jpg

Blick in nordwestliche Richtung des Raumes mit Alexanderkissen

Alexanderkissen
 1. Hälfte des 12. Jahrhunderts
Die Motive auf dem Kissen mahnen die Menschen vor der Hochmut und zur Demut.

Alexanderkissen - Lamm Gottes
Vorderseite - Demut

Lamm Gottes mit Kreuzstab als Symbol der Demut. Oberhalb der Darstellung ist in Großbuchstaben AGNUS DEI "Lamm Gottes" eingestickt.


Alexanderkissen: Adlerflug
Rückseite - Hochmut

Die Rückseite stellt als Symbol für die Hochmut den "Adlerflug" des griechischen Königs Alexander des Großen dar. Über der Darstellung ist ALEXANDER REX (König Alexander) eingestickt.

Nach der frühchristlich-byzantinischen Legende hatte Alexander am Ziel seiner erfolgreichen Eroberungen im heutigen Pakistan den Indus erreicht. Als Krönung seiner Taten wollte er gottgleich in den Himmel aufsteigen. Dazu band er zwei mächtige Adler vor seinen Thron und bewegte sie mit vorgehaltenen Fleischstücken zum Auffliegen. Als er zu dicht an die Sonne kam, verbrannte der Thon und er stürzte zu Tode.

Das 28x28 cm große Leinenkissen ist ganz mit Seide bestickt. Es diente als  Auflage für die Reliquien des Heiligen Patroklus. Im Jahr 1899 wurde es bei der Öffnung des Schreins wiederentdeckt. Nur so ist zu verstehen, dass es fast unversehrt Jahrhunderte überstanden hat. Es ist das älteste Kissen seiner Art, das vollständig erhalten ist.

 

Vier Felder aus dem Mittelfenster der Hauptapsis

Felder aus dem Mittelfenster

Zwischen den Propheten ehemals vielleicht Christus als Gärtner. v.l.n.r.: Randborte mit Palmetten; David; Unbekannter Prophet; Randborte mit Palmetten.

Wurzel-Jesse-Fenster

Das 2,65 x 1,05 Meter große Wurzel-Jesse-Fenster wurde um 1160 geschaffen. Trotz seiner Unvollständigkeit zählt es als autentisches Beispiel der Bildsprache aus der mittelalterlichen Mystik zu einem Dokument von Europäischen Rang.

Nur wenige Fenster aus dieser Epoche sind vor Ort erhalten geblieben. Ursprünglich befand sich das Werk im mittleren Fensterausschnitt des Marienchors. Nach über 800 Jahren war es durch Umwelteinflüsse, Staub, Kerzenruß und mechanische Schäden derart mitgenommen, dass es heute nur noch in einer Klimakammer erhalten bleiben kann.

Ein behutsam-aufwändiger mehrjähriger Restaurierungsprozess und die Ausbesserung des Bleinetzes lassen es seit 2005 wieder in neuem Licht erscheinen. Die ursprüngliche Leuchtkraft der Farben und die wiedergewonnene Lesbarkeit der Texte bieten den Besucherinnen und Besuchern einen Höhepunkt des Museumsbesuchs.

Wurzel-Jesse-Fenster

Gesamtansicht

images/Sankt-Patrokli/Dommuseum/Dommuseum-28.jpg

oberer Bogen

 

images/Sankt-Patrokli/Dommuseum/Feld_Mutter-01.jpg

Feld Mutter Gottes

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